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26. Fleckviehkongress 2005: Bericht über die Exkursion Fleischproduktion

 

 

Betrieb Absmanner, Göming, und Breitfussalm, Fam. Hartl, Saalbach-Hinterglemm

Die Teilnehmer des EVF Kongress, mit besonderem Interesse für das Fleckvieh in der Fleischnutzung nutzten diesen Tag, um sich über die Rindfleischproduktion und Vermarktung in Österreich zu informieren.
Die Reiseroute führte durchs Salzkammergut vorbei an den malerischen Orten Ebensee, Bad Ischl und St. Gilgen, welche vom Reisebegleiter, Herrn Hans Gebetsroither, Arge Rind, interessant vorgestellt wurden. Auf dem Weg durch den Flachgau führte die Tour an der Stadt Salzburg mit Blick auf die bekannte Festung vorbei nach Oberndorf bei Salzburg, wo das weltbekannte Weihnachtslied „Stille Nacht“ komponiert und uraufgeführt wurde.
Fressererzeugung und Stiermast, Betrieb Absmanner

Die Familie Absmanner begrüßte die Gruppe gemeinsam mit Ing. Rudolf Rogl, Arge Rind, dem Salzburger Tierzuchtdirektor Dr. Josef Lederer und dem Bürgermeister der Gemeinde Göming, die als typische Gemeinde des ländlichen Raumes angesprochen werden kann, auf ihrem Hof. Nach einer kurzen Vorstellung des Betriebes, Betriebsspiegel liegt bei, informierte Ing. Rogl über die Vermarktungsschienen und Qualitätsprogramme der Österreichischen Rinderbörse, wie Ama-Gütesiegel, Premium Rind, Rindfleisch à la Carte und M-Kuh. Die Anstrengungen der Arge Rind, durch gezielte Vermarktung die Wertschöpfung in der Rindfleischproduktion zu erhöhen, wurde von allen Teilnehmern aufmerksam aufgenommen.
Beim Rundgang durch den Kälber- und Maststall konnten sich die Teilnehmer von der hohen Professionalität der Familie Absmanner, sowohl bei der Fressererzeugung als auch bei der Stiermast überzeugen. Besonderen Eindruck machten die bereits verkaufsfertig gemästeten Stiergruppen, die den Gedanken der Doppelnutzung bei der Rasse Fleckvieh – weibliche Rinder zur Milch- und Zuchtviehproduktion und Stierkälber für die intensive Mast – ohne viele Worte zu benötigen, erklärten.
Die Kongressteilnehmerinnen folgten Frau Absmanner auch auf ihrer Führung durchs Wohnhaus, wo sie einen wichtigen Teil der in Österreich üblichen bäuerlichen Kultur und Lebensweise vermittelt bekamen. 
Bei Rindfleischschmankerln wie Tafelspitz, gegrillten Beiriedstücken, welche vom Party- und Gastroservice „Zimmerebner“ serviert wurden, wurde die intensive Diskussion über die österreichische Doppelnutzung und Rindfleischproduktion weitergeführt.
Mutterkuhhaltung und Almwirtschaft, Fam. Hartl, Breitfussbauer

Nach der Fahrt über das kleine deutsche Eck in den Salzburger Pinzgau besuchte die Gruppe die Alm der Familie Hartl in Saalbach-Hinterglemm, Betriebsspiegel liegt bei. Nach der Bergfahrt mit der Gondelbahn wurden die Gäste von Alphornbläsern und einem überwältigenden Bergpanorama begrüßt. Frau Hartl stellte gemeinsam mit ihrem Sohn die Eckdaten des Betriebes und der Alm vor.
Auf der Wanderung zur Schihütte der Familie Hartl konnten die Besonderheiten der Almwirtschaft erkannt und selbstverständlich die genetisch hornlose Fleckvieh Mutterkuhherde besichtigt werden. In der Diskussion mit den Betriebsleitern wurde den Gästen die für den alpinen Raum wichtige Verknüpfung von Almwirtschaft und Tourismus verständlich. Gerade die Beweidung des alpinen Grünlandes ist zudem wesentlich für den Schutz der Täler vor Überflutungen und Vermurungen im Sommer und Lawinen im Winter. Die Familie Hartl lebt am eigenen Hof die enge Verknüpfung von Landwirtschaft und Tourismus, wird doch ein guter Teil der erzeugten Jungrinder in der eigenen Schihütte als Rindfleisch an die Gäste ausgekocht. Die Teilnehmer aus allen Teilen Europas zeigten sich von der Weideführung und der hohen Qualität der ausgestellten Tiere sehr angesprochen und diskutierten die Eindrücke und Erlebnisse des Tages beim gemütlichen Ausklang im Schirestaurant der Familie Hartl. In vielen Einzelgesprächen mit den Mitarbeitern des Rinderzuchtverbandes Salzburg, die unter der Leitung von DI Irmgard Mitterwallner anwesend waren, wurden bestehenden Kontakte vertieft und viele neue geknüpft. 

Bei der Rückfahrt ins Hotel konnten alle Teilnehmer dieser Exkursion fest stellen, dass das österreichische Fleckvieh moderne Doppelnutzung auf höchstem Niveau verkörpert und selbstverständlich auch in der Fleischnutzung auf Grund der guten Muttereigenschaften und Milchleistung zu den wichtigsten Rassen gehört.

 

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